MESH-PROJEKT



Roswitha Bohmann

Frank Thiele

Biographien

1954 geb. in Düsseldorf
1978 Abschluss des Studium der Mathematik und der Sozialwissenschaften
seit 2001 Ausbildung zur Kunstschaffenden am Institut FREIEkunstAKADEMIE des Künstlers Jürgen Meister
seit 2017 Mitglied im Förderkreis Kunst und Kulturraum Erkrath e.V.
seit 2017 Mitglied im Kunsthaus Einbeck e.V.
seit 2019 Mitglied im KUNST STUTTGART INTERNATIONAL e.V.
1960 geb. in Einbeck / Vogelbeck
1988 Abschluss Studium der BWL als Dipl.-Kaufmann
Seit 2010 Mitglied Kunsthaus Collage Dassel
Seit 2011 Mitglied und im Vorstand Kunsthaus Einbeck
Seit 2011 (Mit-)Organisation von Kunstausstellungen in der Region Süd-Niedersachsen
Seit 2016 Kunstvermittlung in der KWS Newcomer Art Lounge
Seit 2018 Vorstandsmitglied StadtpARTie Einbeck e.V.
Die gemeinsamen Werke von Roswitha Bohmann und Frank Thiele führen zwei unterschiedliche künstlerische Positionen zu neuartigen Wand- und Raumobjekten zusammen.

MESH bezeichnet dabei nicht nur ein “Geflecht”, sondern auch eine besondere Arbeitsform: Beide Künstler greifen ineinander, lassen sich wechselseitig in ihre jeweilige Kunstwelt hinein und entwickeln Objekte, an denen mal parallel, mal nacheinander gearbeitet wird.

Bohmann fertigt größtenteils raumgreifende Objekte und Installationen mit außergewöhnlicher Struktur und Haptik; sie häkelt und strickt überwiegend mit ungewöhnlichen Materialien – darunter Magnetband aus Videokassetten, Müllbeutel oder Streifen aus Rettungsdecken. Thiele arbeitet malerisch und objektbezogen mit Farbe und Acrylgelen; im Zentrum steht die Frage, wie Farbe leuchten, Tiefe erzeugen und räumlich wirksam werden kann.

Aus der Verbindung dieser beiden Ausdrucksformen entsteht ein eigenständiger Werkkomplex: Malerei verbindet sich mit Strickstrukturen, Häkelornamente werden Ausgangspunkt für Objekte, Träger und Collagen – die Farbe tritt aus der Fläche heraus und greift in den Raum.

In den neueren Arbeiten verschiebt sich der Schwerpunkt deutlich: MESH orientiert sich stärker am Material selbst – an seiner Haptik, seiner Widerständigkeit, seinen Eigengesetzen und überraschungen. Bohmann und Thiele verbindet die Freude am Experimentieren und daran Materialien auszuprobieren: das Spiel mit neuen Stoffen, Oberflächen und Fundmaterialien, aus denen sich Form, Rhythmus und Farbraum jeweils neu ergeben. Im gemeinsamen Verflechten von Ideen entstehen dabei schließlich Werke, die sich erst im Dialog beider Positionen vollständig herausbilden.

In den neuesten Arbeiten, wie z.B. der Serie “Säulen”, wird das MESH-Prinzip als räumliche Setzung verdichtet. Die Objekte wachsen vertikal, bündeln Struktur und Farbe zu einer Präsenz, die den Raum nicht nur erweitert, sondern in Bewegung versetzt. Der Blick umrundet die Arbeiten – und mit ihm verschiebt sich das Werk: Oberflächen kippen, Muster wandern, Licht bricht sich neu. So entsteht der Eindruck einer stillen Rotation, einer Drehung, die nicht mechanisch ist, sondern aus dem Zusammenspiel von Material, Tiefe und Wahrnehmung hervorgeht.